Fibromyalgie Film

Warum ich Crowdfunding mache 

Am Montag war für mich der anstrengendste Dreh. Fünf Betroffene durfte ich nacheinander interviewen. Die Interviews dienen dem Zweck, um auf meine Crowdfunding-Kampagne aufmerksam zu machen. Ich nahm mir Zeit, um mir Geschichten von Symptomen, Ärzte Odysseen, Veränderungen im Alltag bis hin zu Einschränkungen und Hoffnungen für die Zukunft anzuhören. Im Vorfeld hatte ich mich mit einigen Betroffenen schon länger ausgetauscht. Dies aber als Interviewsituation zu drehen, ist für einige, die nichts mit Film zu tun haben oft befremdlich. Besonders vor der Kamera offen zu sein. Nach diesem Dreh ist mir und meinem Team wieder mehr klar geworden, wie schwierig diese Situationen für so viele Betroffene ist.
Lange zu wissen, irgendwas habe ich, aber niemand kann mir weiterhelfen. Gesagt zu bekommen, „stell dich mal nicht so an.
Wir begegnen Menschen mit einer Krankheit die wir nicht sehen und begreifen können oftmals mit Unwissen und wenig Respekt. Wie in einem Käfig. Auf der einen Seite scheint die Außenwelt zu denken „alles ist in Ordnung, doch wie es sich wirklich anfühlt überall Schmerzen zu haben, dass können nur die sagen, die Käfig sind. Alle anderen können dich sehen, mit dir normal reden, aber im Käfig bleibt man alleine.

In einer Welt in der jeder ständig nur an sich und sein tolles neues Projekt denkt, welches er promotet. In einer Welt in der Influencer mit einem Bild auf Instagram mehr verdienen als ein Müllmann in zehn Jahren, ist es mir fast schon unangenehm mit auf diesen Zug aufzuspringen. Plötzlich selber zur Werbung aufzurufen.
Nach der ersten Drehwoche habe ich aber gemerkt, wie meine Filmförderung von tausend Euro immer mehr geschmolzen ist und die Kosten für Übernachtungen, Bahnfahrten, Essen und Tanken immer weiter gestiegen sind. Wir waren viel unterwegs. Im Odenwald, bei der deutschen Fibromyalgie Vereinigung, in der Nähe von Ulm und in München. Alleine um diese logistischen Kosten abzudecken, brauche ich eure Unterstützung.
Es ist mir eine Herzensangelegenheit auf euch Fibrofighter aufmerksam zu machen. Dies auf Kurzfilmfestivals zu zeigen, sodass niemand der in dem Saal gesessen hat sagen kann, er weiß nicht was Fibromyalgie ist. Deswegen zähle ich auf euch dies mit einer kleinen oder großen Spende zu unterstützen. Ich plane auch unabhängige Veranstaltungen im Kino eures Vertrauens, um einen Austausch zu ermöglichen. Dabei kann ich die Kino-Miete natürlich nicht von meinen Sparbuch bezahlen.

Die Startnext Kampagne wird voraussichtlich April oder Mai starten. Weitere Informationen erfahrt ihr natürlich hier.

Ich danke jetzt schon allen, die mich unterstützen, Nachrichten schreiben und meinen Blog folgen 🙂

Schönes Wochenende, genießt die Sonne ☀️

 

Werbeanzeigen
Fibromyalgie Film

Es geht los

Am Mittwoch viel der Startschuss für meinen Dokumentarfilm „Fibrofight“.
Die letzten Tage vorher konnte ich es kaum abwarten endlich loszulegen.

Es war eine positive Aufregung, die mich beschwingt hatte.
Die ganzen Vorbereitungen, die Gespräche, die Recherche, das Team, endlich darf es raus.
Mein Corsa war bis oben hin mit Technik gefüllt, nichts passte mehr rein. Wahrscheinlich hätte selbst ein Staubkorn lieber den Zug genommen, als mit uns mitzufahren. Im nächsten Leben nur mit Kombi, war mein Gebet. Wir drehen zwar eine Doku, aber ich habe schon unterschätzt, wie viel Kram benötigt wird, um für einen höchstmöglichen filmischen Standard erzeugen. Mein Team musste teilweise mit einem Stativ auf dem Schoß kuscheln.
Hätte mich die Polizei angehalten, wären wir vermutlich nicht mal am Drehort angelangt.
Als wir in der Zentrale der „Deutschen Fibromyalgie Vereinigung“ in Seckach ankamen, waren wir erst nicht sicher, ob es sich hierbei nicht um einen riesigen Mustang Outlet Store handelte, der direkt im selben Gebäude daneben lag. Ich war schon bereit zu wenden, da es sehr nach Lagerhalle aussah. Diejenigen, die schon mal dort waren, wissen es bestimmt. Doch zu unserer Überraschung teilt sich die DFV mit Mustang ein Gebäude. Kaum angekommen, konnte ich zwischen Autofahrt und sofort denken und handeln nicht wirklich verschnaufen. Da ich in der Vergangenheit lange keinen Film selber mehr gemacht habe, bin ich es gar nicht mehr gewohnt gewesen, ständig Entscheidungen zu treffen.
So viele Fragen, wo bauen wir auf? Wer macht was? Was kann ich machen? Alles parallel und bloß nicht zu lange trödeln. Zuerst interviewte ich zwei Damen, die telefonische Auskünfte geben und beraten. Anfangs dachte ich, ach das geht super schnell und dauert nur eine halbe Stunde. *Räusper* Nun ja nach zwei Stunden waren wir dann fertig. Die Pause wurde schnell in ein Umbau für das gesetzte Interview mit Bärbel Wolf, der 1. Vorstandsvorsitzenden.
Zeit fürs aufgeregt sein blieb mir keine, denn eh ich mich versah, saßen wir uns schon gegenüber und die Kameras liefen. Je weniger man nachdenkt, desto besser. Ich kam mir nicht aufgeregt vor und bekam die Antworten, die ich mir erhofft hatte. Und wie es so ist, kaum laufen die Kameras nicht mehr bekommt man die spannendsten Geschichten erzählt. Gut, dass meine Kamerafrau das auch mitbekommen hatte und dies einfangen konnte.
Rückblickend bin ich sehr zu Frieden mit der Offenheit, die mir von Bärbel Wolf und den anderen Damen entgegengebracht wurde. Ich habe festgestellt, dass egal für welchen Therapieansatz oder Weg man sich entscheidet, im Endeffekt geht noch um so viele größere Fragen. Ursache, nicht ernst genommen werden, mit dieser Unsichtbaren Krankheit leben zu müssen. Wenn es dann Menschen gibt, die sich dafür einsetzten, finde ich das sehr hilfreich.
Auf dem Rückweg kaufte ich mir noch im Mustang Outlet ein Shirt mit dem Aufdruck „Be wild, be free.“
Interview Setup mit Bärbel Wolf
Fibromyalgie Film

Mein Bachelorfilm über Fibromyalgie

Neulich fragte mein Großonkel: „Machste mal wiedern Blog?
Ewig hatte ich nicht gebloggt. Es lag einfach daran, dass nichts Spannendes berufliches in meinem Leben passierte. Alle um mich planten ihren Bachelorfilm, gingen in ihren Projekten auf und ich saß da, in meinem unkreativen Loch. Gründete fast eine Catering Firma, weil ich oft als Catering Tante bei Bachelorprojekten aushalf.
Wollte krampfhaft mitziehen, aber kein Funke wollte so regelrecht brennen.
Also wartete und wartete ich, bis endlich dieses Kribbeln in den Fingern für ein eigenes Projekt wiederkam. Erst als ich es losließ, kam mir ein Thema zugelaufen, wie eine Katze die ich mit Salami gefüttert hatte. Die Katze wohnt jetzt bei mir und wird mit jedem Tag dicker.

Eigentlich wollte ich JETZT mit dem Bachelor fertig sein. Da sitzen, die Sonne und den Frühlingsanfang genießen.
Keine Mensanudeln mehr, keine nervigen Mails mehr vom AStA Verteiler, keine Hochschule mehr, kein Pendeln nach Dieburg mehr. Soooo vieles nicht mehr.
Endlich fertig mit studieren. Während meine Kommilitonen-Freunde zusammenziehen und eine Familie gründen, auf Weltreisen gehen oder beruflich endlich durchstarten können, beginnt bei mir erst die heiße Phase.
Nie habe ich die Leute verstehen können, die auf einer Party meinten: „Ich studiere Germanistik im 20. Semester. Oder: Ich studiere kreatives Schreiben Schwerpunkt, Pflanzenkunde im 15., breche aber sowieso irgendwann ab. Warum?
Das ausgerechnet ich eine geworden bin, die ihren Bachelor um ein Semester nach hinten verschiebt, hätte ich selbst am wenigsten geglaubt. Mein Studium plätscherte so vor sich hin, es passierte viel nichts und dann zack Bachelor anmelden bitte! Das war mir dann doch zu schnell, hatte ja nur 3 ½ Jahre um mich imaginär drauf vorzubereiten. Da ich mich beruflich innerhalb meines Studiums ein wenig umorientiert hatte, wollte ich als Filmstudentin einen zweiten Podcast machen. Fragt nicht, es wäre sogar erlaubt gewesen. Doch dann ist mir im Oktober letzten Jahres ein Thema vor die Füße gefallen, welches jetzt weniger witzig ist: Fibromyalgie.

Fibromyalgie, bitte was?
Eine chronische Krankheit, bei der die Ursachen bisher von schulmedizinischer Seite noch nicht abschließend erforscht worden sind. Derzeit wird sie als unheilbare Krankheit und es gibt lediglich Therapiemethoden zur Schmerzlinderung, aber nicht zur vollständigen Heilung.  Auch gibt es noch keine Methode sie zu diagnostizieren (MRT oder Blutbild). Klingt jetzt erstmal wie in einem schlechten Film, ist aber für 2-4 Millionen Menschen in Deutschland der bittere Alltag.
Da es bei Betroffenen selten einen identischen Krankheitsablauf gibt, wird diese Krankheit per Ausschlussverfahren diagnostiziert.

Hauptsymptome sind: permanente Gliederschmerzen im ganzen Körper, Erschöpfbarkeit, bis hin zu Depressionen. Wenn ich jetzt alle Symptome aufzählen würde, wäre vermutlich der Berliner Flughafen schneller fertig. Also lass ich’s lieber.
Seid ihr auch froh, wenn ihr nach ner Grippe mit nervigen Gliederschmerzen endlich wieder auf dem Damm seid? Es kaum abwarten könnt gesund zu werden? Es gibt aber Menschen, die sich jeden Tag, jede Nacht so fühlen, als hätten sie eine Grippe mit Gliederschmerzen, nur viel extremer und alles dafür tun würden, um diesen Zustand loszuwerden. Diese Mitmenschen haben wir oftmals nicht auf dem Schirm.

Schmerzen ununterbrochen und im ganzen Körper, damit muss meine Mutter versuchen ihren Alltag zu meistern. Sie ist tapfer und eine Kämpferin. Sie ist der Grund für meinen Dokumentarfilm Fibrofight„, der Betroffene begleiten soll!

Ich werde euch nun mitnehmen und euch Einblicke in die Produktion meines Films geben. Zum ersten Mal seit dem zweiten Semester habe ich wieder Bock einen Film zu drehen. Ich spüre, dass der Film gemacht werden möchte, da alles bisher super läuft und ich viel Unterstützung und Zuspruch bekomme. Die Katze frisst mir aus der Hand.

Miau, Hanna